„Cleaning“ ist eine künstlerische Praxis, die von einer einfachen Handlung ausgeht: dem Kehren.
Diese Bewegung bildet den Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit Orten, in denen sich Erfahrungen von Gewalt, Erinnerung und Geschichte eingeschrieben haben. Der Körper tritt dabei in ein direktes, taktiles Verhältnis zu Material, Raum und Gegenwart. Bedeutung entsteht nicht durch Darstellung, sondern im Vollzug.
Ausgehend von einer ursprünglich individuellen Performance entwickelt sich „Cleaning“ als offenes Gefüge weiter: in Form von Zeichnungen, Videoarbeiten und kollektiven Handlungen im öffentlichen Raum. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Verdichtung und Offenheit, zwischen Setzung und Prozess.
Die Zeichnungen entstehen intuitiv und ohne Hierarchisierung – als unmittelbare Übersetzung von Erinnerung. In ihrer Direktheit entziehen sie sich einer abschließenden Form und bleiben fragmentarisch. Die Videoarbeiten dokumentieren und erweitern die performative Handlung, während die kollektiven Aktionen diese in einen gemeinsamen Erfahrungsraum übertragen.
„Cleaning“ versteht sich nicht als Versuch, etwas abzuschließen oder zu „bereinigen“, sondern als Form des In-Kontakt-Tretens – mit Spuren, die bleiben, und mit Fragen, die sich nicht auflösen lassen.

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